01.05.1999 - Schatz, i bien dô

01.05.1999 - Schatz, i bien dô
Komödie in 2 Akten
Originaltitel: "Darling, I´m home" von Jack Popplewell
Deutsche Fassung: "Liebling, ich bin da!"
in die Lustenauer Mundart übersetzt von Otto und Veronika Hofer.
Zum Inhalt:
Sonja Kremmel, die Gattin des Stickereifabrikanten Hermann Kremmel, hat das Hausfrauendasein satt. Sie langweilt sich zu Tode und trauert seit zwanzig Jahren ihrer versäumten Berufskarriere hinterher. Ihr Gatte, Hermann Kremmel III., ist alles andere als ein gewiefter Geschäftsmann. Flugreisen und Reisen im allgemeinem sind ihm ein Greuel. Am liebsten hält er sich zu Hause auf, wo er seine Gäste mitunter auch mit einem exquisiten Essen verwöhnt. Kein Wunder, daß die Firma "HEKRE-Embroyderies" vor dem Ruin steht. Da hat Sonja die rettende Idee, mit ihrem Mann die Rolle zu tauschen. Er soll den desolaten Haushalt übernehmen und sie will die Firma retten, indem sie das Geschäft übernimmt. Ob dieser Plan gelingen wird?


Die Personen und ihre Darsteller: Sonja KremmelVeronika Hofer Edith, ihre FreundinRosmarie Hämmerle Hermann Kremmel, ihr EhemannHubert Sperger Thomas GrafGilbert Hämmerle Harry Grabher-MeierMarkus Hämmerle Inga Peterson, NachbarinMartina Fitz Isabella, Sonja und Ruperts TochterIngrid Hofer Rodney Billingham, Isabellas VerlobterStefan Juen Helene Graf Ulrike Matt

Regie:Rudi KurzemannRegieassistenz:Margit BrandlKostüme:Silvia FitzBühnenbau:TeamarbeitTechnik:Gerhard MattBeleuchtung:Gerold WundSouffleusen:Margit Brandl/Karin VogelMaske:Ulrike Matt / Manuela Maier

Aufführungsort:Theresienheim LustenauTermine:Samstag,1.Mai, 20Uhr - PremiereSonntag,2.Mai, 20UhrMittwoch,5.Mai, 20UhrFreitag,7.Mai, 20UhrSonntag,9.Mai, 16Uhr und 20UhrDienstag,11.Mai, 20UhrMontag, 17.Mai, 20UhrMittwoch, 19.Mai, 20 UhrFreitag, 21.Mai, 20UhrKritik von Dr. Edgar Schmidt - 3.5.99

Es lebe die Emanzipation!

Lustenau (Sch) Die beliebte "Luschnouar Bühne" attackiert wieder einmal die Lachmuskeln ihrer Fans. Otto Hofer, der populäre Mundartfachmann, und seine Frau Veronika haben für die neueste Produktion im Theresienheim Jack Popplewells zweiaktige Komödie "Darling, I´m home" in Lustenauer Mundart übersetzt, und dieses nun an den "Rhin" transferierte Opus hatte am Wochenende (1. und 2. Mai 1999) unter dem Titel "Schatz, i bien dô" erfolgreiche Premiere. Für die Regie zeichnete diesmal Rudi Kurzemann, Mundartpoet und Amateurtheaterpionier aus Eugen Andergassens Zeiten, verantwortlich.

"Schatz, I bien dô"

Die Komödie Jack Popplewells ist trotz ihres Leichtgewichts nicht ganz "problemlos" - geht es doch immerhin um nichts Geringeres als den sozialen Dauerbrenner der Emanzipation, sowohl beim weiblichen wie hier auch beim männlichen Geschlecht! Fabrikant Kremmel als beruflicher Versager, aber als erstklassiger Hausmann? Seine Frau als gequältes Heimchen am Herd, aber als erfolgreiche Firmenretterin? Und dazwischen Tochter Isabella, die aus Übersee als Souvenir Zwillinge mitbringt, lieber aber auf den nachgelieferten Kindesvater als auf eine zukünftige Berufskarriere verzichtet. Otto und Veronika Hofer haben die deutsche Popplewell-Übersetzung mit dem feinen Gespür für mundartliche Eigenheiten und Pointen auf lustenauerisch umgeformt, und das größte Vergnügen bietet der Abend wohl eben durch unzählige verbale Glanzlichter. Regisseur Rudi Kurzemann hat das Verdienst, insgesamt sehr realistisch inszeniert zu haben und nie einem grellen Klamauk unterlegen zu sein.

Gutes Ensemble

Veronika Hofer und Hubert Sperger als von Emanzipationssorgen geplagtes Ehepaar Kremmel beeindruckte durch völlig natürliche Spielweise und leisen Humor mit mehrmaliger Träne im Knopfloch, wenn es uni die "modernen" Ansichten der wortgewandten Blondengel-Tochter Isabella (Ingrid Hofer) ging. Rosmarie Hämmerle, Martina Fitz und Ulrike Matt auf der Damenseite sowie Gilbert Hämmerle, Markus Hämmerle und Stefan Juen als köstlich-bulliger (Ex)Verlobter aus Übersee trugen zum neuerlichen Publikumserfolg der renommierten "Luschnouar Bühne" bei.